Was ist eine Identity Fabric?
Eine Identity Fabric ist eine Integrations- und Orchestrierungsarchitektur für verteilte Identitätssysteme in komplexen IT-Landschaften. Sie verbindet bestehende IAM-, IGA- und PAM-Lösungen logisch miteinander, ohne diese zu ersetzen.
Statt auf monolithische Plattformen setzt die Identity Fabric auf ein API-zentriertes, föderiertes Modell. Identitätsdaten bleiben in ihren Quellsystemen, werden jedoch kontextuell zusammengeführt und für übergreifende Policy-Entscheidungen nutzbar gemacht. Ziel ist nicht Konsolidierung, sondern Interoperabilität, Transparenz und kontextbasierte Zugriffskontrolle – insbesondere in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen.
Warum ist eine Identity Fabric mehr als klassisches IAM?
Statt auf monolithische Plattformen setzt die Identity Fabric auf ein API-zentriertes, föderiertes Modell. Identitätsdaten bleiben in ihren Quellsystemen, werden jedoch kontextuell zusammengeführt und für übergreifende Policy-Entscheidungen nutzbar gemacht. Ziel ist nicht Konsolidierung, sondern Interoperabilität, Transparenz und kontextbasierte Zugriffskontrolle – insbesondere in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen.
Wer hat den Begriff „Identity Fabric“ geprägt?
Der Terminus „Identity Fabric“ entstand nicht als Produktbezeichnung eines einzelnen Herstellers, sondern als strategisches Architekturkonzept im Analystenumfeld.
KuppingerCole nutzte den Begriff frühzeitig zur Beschreibung eines integrierten Identitäts-Ökosystems, das Governance, Access Management, Privileged Access und Analytics verbindet, insbesondere ab 2019: IDaaS: Your Identity Fabric. Connecting Every User to Every Service, Seamlessly
Gartner positionierte Ende 2022 im 2022 Planning Guide for Identity and Access Management die Identity Fabric im Kontext adaptiver Sicherheitsarchitekturen, insbesondere im Zusammenspiel mit Zero Trust und Identity Threat Detection & Response (ITDR).
Der Begriff lehnt sich konzeptionell an „Data Fabric“ oder „Security Fabric“ an – also an Architekturen, die verteilte Komponenten logisch integrieren.
Identity Fabric ist damit kein einzelnes Tool, sondern ein Architekturparadigma für komplexe, verteilte Identitätslandschaften.
Welche Architekturprinzipien definieren eine Identity Fabric?
Eine Identity Fabric basiert auf klaren technischen und organisatorischen Prinzipien:
API-zentrierte Integration statt Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen
Echtzeitfähige Kontextanreicherung (Device, Risiko, Verhalten)
Identity Graph oder zentrales Metadatenmodell zur Aggregation von Identitätsbeziehungen
Policy-basierte Orchestrierung über Systeme hinweg
Event-getriebene Architektur für dynamische Zugriffsanpassungen
Technisch bedeutet das: Identitätsdaten bleiben in Quellsystemen, werden aber logisch verbunden. Entscheidungen entstehen nicht isoliert im Zielsystem, sondern auf Basis eines konsolidierten Kontextmodells.
Gerade in Multi-Cloud-Umgebungen mit Microsoft Entra ID, AWS IAM, Kubernetes, SaaS-Plattformen und Legacy-Systemen wird eine solche Abstraktionsschicht strategisch relevant.
Wie unterscheidet sich Identity Fabric von IAM, IGA und Zero Trust?
| Diziplin | Fokus | Rolle innerhalb einer Identity Fabric |
| IAM (Identity & Access Management) | Authentifizierung & Autorisierung | Operative Zugriffsdurchsetzung |
| IGA (Identity Governance & Administration) | Rollen, Rezertifizierung, Compliance | Governance-Datenquelle |
| PAM (Privileged Access Management) | Schutz privilegierter Konten | Hochkritische Zugriffskontrolle |
| Zero Trust | Vertrauensmodell | Sicherheitsparadigma |
| Identity Fabric | | Fabric | Integrationsarchitektur |
| Orchestrierung & Kontextintegration |
Warum gewinnt Identity Fabric in Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien an Bedeutung?
Moderne IT-Landschaften bestehen aus:
Cloud-Plattformen (AWS, Azure, Google Cloud)
SaaS-Anwendungen (Salesforce, Workday, ServiceNow)
On-Prem-Systemen
Container- und API-Ökosystemen
Jedes System bringt eigene Identitätsmodelle mit. Ohne übergreifende Architektur entstehen Datensilos, inkonsistente Policies und unklare Verantwortlichkeiten.
Eine Identity Fabric adressiert genau dieses Problem: Sie ermöglicht konsistente Richtlinien, kontextbasierte Entscheidungen und transparente Governance über Systemgrenzen hinweg. Das reduziert Sicherheitsrisiken und verbessert die Auditierbarkeit – insbesondere im regulatorischen Umfeld (z. B. ISO 27001, NIS2).
Welche konkreten Mehrwerte bietet eine Identity Fabric für IAM-Verantwortliche?
Für IAM Verantwirtliche ergeben sich die folgenden Vorteile:
Reduktion technischer Schulden durch Integration statt Ablösung
Schnellere M&A-Integration durch föderierte Identitätsmodelle
Verbesserte Risikoerkennung durch zentrale Kontextaggregation
Bessere Umsetzbarkeit von Zero Trust
Zukunftssicherheit bei wachsender Systemkomplexität
Besonders in Organisationen mit historisch gewachsenen IAM-Strukturen wird die Identity Fabric zu einem Stabilitäts- und Innovationsfaktor.
Wann ist der Einsatz einer Identity Fabric strategisch sinnvoll?
Eine Identity Fabric ist kein Selbstzweck und sie wird relevant sobald:
Mehrere IAM-Systeme parallel existieren
Cloud-Transformation die Komplexität erhöht
Regulatorische Anforderungen steigen
Identity-basierte Angriffe zunehmen
Zero Trust nicht isoliert umgesetzt werden kann
Organisationen mit rein monolithischer IT benötigen häufig keine voll ausgeprägte Identity Fabric. In verteilten Enterprise-Architekturen hingegen wird sie zunehmend zum strategischen Enabler.
Fazit: Identity Fabric als Integrationsschicht moderner Sicherheitsarchitekturen
Identity Fabric beschreibt eine strategische Integrationsarchitektur für verteilte Identitätslandschaften. Der Begriff wurde maßgeblich von Analystenhäusern wie KuppingerCole und Gartner geprägt und steht für ein föderiertes, kontextbasiertes Identitätsmodell.
Für IAM-Verantwortliche bedeutet das: Nicht die Ablösung bestehender Systeme ist entscheidend, sondern deren intelligente Orchestrierung. Identity wird zur strukturellen Sicherheitsdimension – nicht nur zur Administrationsfunktion.
Die Identity Fabric ist damit kein Produkt, sondern eine architektonische Antwort auf steigende Komplexität, regulatorischen Druck und Zero-Trust-Anforderungen.
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