#151 - Warum dein Unternehmen ein Motorsport-Team braucht, wenn es im KI-Zeitalter überleben will

Eine 20-jährige GT3-Pilotin demontiert in einer Stunde mehr Führungsmythen, als so manches Management-Buch in 300 Seiten. In dieser insights!-Folge spricht Joubin Rahimi mit Patricija Stalidzane über Change Habits, mentale Klarheit, Vertrauen im Team und die Frage, warum jedes Unternehmen im KI-Zeitalter ein „Motorsport-Team" braucht.

Gerne wartet man auf irgendein dramatisches Lebensereignis, bis man anfängt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Deswegen sagen Leute nach dramatischen Ereignissen: Ich ziehe weg, ich mache alles anders. Aber das ist eigentlich falsch, weil es für mich nur bedeutet: Du hast vorher nie hinterfragt.

Patricija Stalidzane Rennfahrerin

Vergiss dein nächstes Strategie-Offsite. Hör lieber dieser GT3-Pilotin zu.

Wenn Unternehmen den Begriff Transformation aussprechen, klingt das oft wie ein Versprechen, das niemand wirklich einlösen will. Es werden Roadmaps gezeichnet, Tools eingekauft, Zielbilder formuliert. Was am Ende selten passiert: Menschen ändern ihr Verhalten. Genau hier setzt das Gespräch zwischen Joubin Rahimi und Patricija Stalidzane an, das in der neuen insights!-Folge zu sehen ist. Patricija fährt GT3, kommt aus einem Familienbetrieb im Baugewerbe und zerlegt in einer Stunde die wichtigsten Führungsmythen, ohne dass sie das in irgendeiner Form geplant hätte. Genau das macht ihre Sicht so wertvoll.

Was wir in dieser Folge serviert bekommen, ist kein Coach-Sprech und kein Bühnen-Storytelling. Es ist die unaufgeregte Realität von jemandem, der seit Jahren mit Entscheidungen in Millisekunden lebt. Wer im Motorsport falsch entscheidet, riskiert nicht den Bonus, sondern Leib und Leben. Genau diese Härte zwingt Patricija dazu, mit sich selbst im Klaren zu sein. Und genau das ist die Lektion, die im Business so selten geübt wird.

Manifestation ist Quatsch: Was Verhaltensänderung wirklich bedeutet

Patricija bringt das Thema Mindset auf einen Punkt, den die Selbstoptimierungs-Szene nicht gerne hört: Manifestieren bringt dich nicht ans Ziel. Was zählt, ist das tägliche Bewusstsein für deine Handlungen. Wer einmal eine richtige Entscheidung trifft, hat damit gar nichts erreicht. Was zählt, sind die hundert kleinen Entscheidungen jeden Tag danach.

Für Führungskräfte ist das eine unbequeme Wahrheit. Denn echte Verhaltensänderung lässt sich nicht delegieren und nicht outsourcen. Sie ist Handarbeit am eigenen Kopf, jeden Morgen, auch dann, wenn man eigentlich keine Zeit dafür hat. Patricijas Satz „Everything is a choice" trifft genau diesen Nerv: Niemand hat die Zeit, sich zu reflektieren. Und genau deswegen ist es eine Frage der Priorität, nicht der Verfügbarkeit.

Klarheit schlägt Strategie: Warum die meisten Karrieren scheitern

Wer nicht weiß, wer er ist und wo er hin will, trifft im Zweifel die falsche Entscheidung. Patricija beschreibt das mit einem Begriff, der in der englischsprachigen Karriereliteratur längst etabliert ist: stuck in the middle. Du kannst nicht klar Ja sagen, wenn du nicht weißt, wozu du Nein sagen würdest. Das gilt für die Karriereplanung, für strategische Investitionen, für die Frage, ob du in einem Job bleibst oder nicht. Klarheit ist nicht das Ergebnis eines Workshops, sondern das Ergebnis eines tagtäglichen Prozesses.

Was Joubin und Patricija in diesem Abschnitt der Folge auffächern, betrifft jeden Digital Decision Maker. Du kannst noch so viele KI-Tools einkaufen. Wenn du intern nicht klar bist, wo du als Unternehmen hin willst, wird dich die nächste Welle einfach durchspülen. Visualisierung ist hier kein esoterisches Konzept, sondern eine Performance-Praxis, die im Motorsport seit Jahrzehnten Pflicht ist.

Vertrauen ist eine Performance-Kennzahl, kein Wohlfühlfaktor

Patricija beschreibt, wie sich fehlendes Vertrauen im Rennwagen auswirkt: Wenn sie ihrem Team nicht traut, hat sie unterbewusste Gedanken am Steuer, die ihre Performance messbar einschränken. Übertrage das auf dein Unternehmen: Jedes Meeting, in dem Informationen zurückgehalten werden, in dem unausgesprochene Konflikte mitfahren, in dem man dem Kollegen latent nicht traut, zahlt am Ende auf eine Performance-Kennzahl ein. Sie heißt nur nicht so.

Drei Bereiche, in denen sich fehlendes Vertrauen bei dir im Unternehmen direkt bemerkbar macht:

  • Geschwindigkeit von Entscheidungen, weil sich Teams politisch absichern statt liefern.
  • Innovationsbereitschaft, weil niemand sich exponieren will, wenn das Team im Zweifel nicht hinter ihm steht.
  • Talentbindung, weil hohe Performer es spüren, wenn die Kultur nicht trägt, und früher oder später gehen.

Patricija sagt, ihre Kollegen sind ihre Freunde, weil sie über Jahre Vertrauen aufgebaut haben. Das schließt nicht aus, dass man neue Partnerschaften eingeht. Es heißt nur, dass man genau hinschaut, wer mit auf die Rennstrecke steigt.

Das Motorsport-Team im Unternehmen: Joubins These mit Sprengkraft

Am Ende der Folge formuliert Joubin Rahimi eine These, die für viele Führungskräfte unbequem ist. Wer im Zeitalter von KI Standards neu setzen will, braucht im eigenen Unternehmen ein Motorsport-Team. Eine kleine, fokussierte Einheit, die Dinge ausprobiert, scheitert, lernt und damit den Standard für die gesamte Organisation hebt. Genauso, wie der Motorsport das Fundament für die kommerzielle Automobilindustrie ist. Was auf der Rennstrecke funktioniert, wird später in der Serienproduktion realisiert.

Diese Einheit funktioniert nur unter drei Bedingungen. Sie muss klare Ziele haben, sie muss aus den richtigen Menschen bestehen und sie muss ein Umfeld haben, das ihr das Anderssein erlaubt. Wer diese Bedingungen nicht herstellen kann oder will, kann sich das Investment auch sparen. Und genau hier liegt die provokante Wahrheit: Die meisten Unternehmen leisten sich keine echte Innovationszelle. Sie leisten sich einen Innovationsbeauftragten mit zu wenig Budget und zu vielen Quartalszielen.

E-Fuels, Nordschleife und Female Empowerment: Mehr als ein Mindset-Talk

Die Folge ist aber nicht nur ein Mindset-Talk. Patricija berichtet ebenso aufschlussreich über die Realität von E-Fuels auf der Nordschleife, wo sie mittlerweile zum Standardbetrieb gehören. Sie fährt im Lambo im GT3 und parallel mit einem Girls Only Team auf einem Porsche, der mit E-Fuels betankt wird. Ihr Fazit: Fühlt sich gleich an, performt gleich, ist nachhaltiger. Eine sehr nüchterne Antwort auf eine politisch sehr aufgeladene Debatte.

Außerdem spricht sie offen über Women in male-dominated fields, sowohl im Motorsport als auch in Tech. Ihre Antwort ist nicht Klage, sondern Initiative. Sie plant Trackdays für Frauen, weil sie überzeugt ist, dass Networking bei 300 km/h Vertrauen schneller aufbaut als der nächste Stehkaffee auf einer Konferenz. Genau diese Mischung aus Pragmatismus, Mission und Lust am Anders-Sein macht das Gespräch so wertvoll.

Was du aus dieser Folge mitnimmst

Wenn du diese Folge schaust oder hörst, wirst du nicht mit fertigen Slides weggehen, sondern mit Fragen, die unbequem sind. Das ist gewollt. Du wirst dich fragen, wie klar du eigentlich bist, wem du wirklich vertraust und ob dein Unternehmen den Mut hat, eine echte Innovationszelle zuzulassen.

Wenn du als CEO, CIO, CDO oder Head of E-Commerce mit Transformation, KI oder Customer Experience arbeitest, ist diese Folge mehr als ein Mindset-Talk. Sie ist eine Einladung, dein eigenes Operating Model zu hinterfragen. Und sie ist ein Beleg dafür, dass die wichtigsten Lektionen oft von Menschen kommen, die in einer ganz anderen Disziplin spielen. Hör rein. Es lohnt sich.

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Hier ist der Inhalt:

 

Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von Insights. Mein Name ist Joubin Rahimi und heute habe ich mit dabei Patricia Stadiziane. Hi Patricia!

 

Patricija Stalidzane

Hi Joubin!

 

Joubin Rahimi

Du bist für uns ein ganz untypischer Gast. Und zwar haben wir häufig ganz viele Menschen hier, die über IT reden, Digitalisierung in dem Zuge, wobei wir könnten auch heute über Digitalisierung reden, Wir reden häufig auch über Change und Veränderung, aber du machst auch noch was anderes. Vielleicht magst du zwei, drei Sätze zu dir sagen und zu dem, was mich auf jeden Fall auch in meiner Freizeit begeistert und uns verbindet.

 

Patricija Stalidzane

Ja, also für mich ist nicht Freizeit, aber ich mache Motorsport neben unserem Familiengeschäft, wo wir natürlich im Baugewerbe tätig sind. Das heißt, da ist Digitalisierung, Business, all die Themen, die heute anderweitig besprochen werden, absolut relevant. Aber von meiner Seite möchte ich natürlich mal ein bisschen meine Werte mitbringen, die ich im Motorsport gelernt habe, weil da gibt es ganz, ganz viele spannende Zusammenhänge tatsächlich.

 

Joubin Rahimi

Und mir hat etwas so einen Eindruck geschaffen, und zwar das erste Mal, als ich dich gehört habe auf der Bühne und heute auch wieder: Change habits. Wie bist du auf diesen Satz gekommen? Also, oder überhaupt auf den Gedanken dazu?

 

Patricija Stalidzane

Durch ganz oft auf die Schnauze fliegen im Leben. Also ich glaube, Motorsport ist halt einfach eine Branche oder eine Karriere, die man verfolgt, wo man halt ganz, ganz schnell lernen muss, weil alles hat halt einfach ein Riesenrisiko. Es geht um viel Geld, es geht um viele und harte Konsequenzen, sowohl auf der Rennstrecke. Jeder weiß, der Sport ist gefährlich, der Sport ist kostenintensiv, man ist selten alleine, man hat immer Leute, die da irgendwie mit involviert sind in dem, was man tut, und die Entscheidungen, die man in Millisekunden trifft. Und ja, da habe ich einfach Erfahrungen gesammelt, wo ich gemerkt habe, okay, ich treffe Entscheidungen basierend darauf, wer ich bin. Und dann habe ich lange Zeit halt einfach selbst reflektiert und analysiert, bis ich zum Entschluss gekommen bin: Okay, es ist am Ende des Tages nicht nur das, was ich auf der Strecke mache, sondern meine Vorarbeit dahin. Und die Vorarbeit ist halt nicht nur körperlich und physisch und wie ich mich da drauf— wie ich da trainiert habe und wie viel ich auf der Strecke gefahren bin, sondern auch wie klar bin ich im Kopf und wie gut kann ich Entscheidungen treffen? Und das kommt rein von wirklich dem täglichen Prozess von: Okay, was tue ich dafür?

 

Patricija Stalidzane

Wie oft erinnere ich mich selber dran? Okay, was will ich eigentlich? Was tue ich dafür? Sind meine Handlungen tatsächlich auch dementsprechend, was ich erreichen möchte? Weil ich glaube, wenn man das gehen lässt und selbst ein paar Tage, dann verfällt man ganz schnell in alte Gewohnheiten. Und alte Gewohnheiten ist halt immer so ein Thema. Die sind halt oft nicht zielführend, weil warum verfolgt man Ziele? Weil es natürlich etwas Höheres ist, was man erreichen möchte. Das heißt, man ist da noch nicht. Und wenn man das erreichen möchte, dann muss man eben auch was dafür tun, was anders ist, weil sonst würde ja alles gleich bleiben. Und ja, viele Leute denken, ich treffe jetzt eine richtige Entscheidung und dann habe ich das Ding durch, aber das ist halt leider nicht so. Viele sprechen über Manifestieren heutzutage und so ein Zeug, aber am Ende des Tages ist es einfach nur dein stetiges Bewusstsein. Also jeden Tag, was tust du dafür, für dein Endresultat?

 

Joubin Rahimi

Ja, und es ist dieses Change Habits und was du auch gesagt hast, du musst es täglich tun oder dauerhaft tun. Du musst fokussiert sein und resilient all den Niederschlägen, die du hast, oder auch Widerständen. Da geben Menschen ja richtig viel Geld aus. Kennst du Tony Robbins?

 

Patricija Stalidzane

Nee.

 

Joubin Rahimi

Brauchst du auch nicht. Du machst das schon. Der verkauft für 30.000, 40.000, 50.000 Kurse. Und eigentlich geht es nur darum, dass du dein Verhalten veränderst. Dass du dir vorstellst, und das fand ich so spannend, dass du auch gesagt hast: Ich stelle mir dann ja Sachen vor, wenn ich auch race, stelle ich mir vor, wie ich Kurven fahre und so weiter. Und immer wieder, um ja so ein Zielbild zu haben oder wie ich gewinne. Und das ist es ja im Endeffekt, dass ich weiß, wohin ich will und dann tagtäglich das anders mache.

 

Patricija Stalidzane

Ja, das ist so. Also das, was ich schon gesagt habe, wie gesagt. Oft sind ja die kritischen Entscheidungen die, die man ganz schnell treffen muss. Also man kriegt eine Möglichkeit und was mache ich jetzt? Und dann oft bereut man es, wenn man die falsche Entscheidung getroffen hat. Als Beispiel, dann denkt man sich, oh, ich hätte das anders machen können und wie auch immer. Erstens mal der Grund, weshalb man falsche Entscheidungen trifft, ist, weil man mit sich selbst nicht im Klaren ist, weil man gar nicht weiß, also man hat das noch nie visualisiert, dann ist einem die Situation neu und dann weiß man nicht, wie man zu reagieren hat. Deswegen Visualisieren ist im Motorsport ein ganz großes Thema.

 

Joubin Rahimi

Warum muss man mit sich im Klaren sein?

 

Patricija Stalidzane

Aus verschiedenen Gründen. Wie gesagt, zum einen, dass man einfach auch bessere Entscheidungen aus dem Petto heraus, aus dem Bauch heraus trifft. Weil wie gesagt, wenn man nicht mit sich im Klaren ist, dann weiß man gar nicht, wo man hin will, und man stellt sich selbst oft ein Bein. Also das ist genau, was ich meinte. Ich kenne es von mir selbst. Manche Sachen, die macht man halt einfach so, die hat man nie hinterfragt. So bin ich halt und so macht man das. Und man hat noch nie gedacht: Okay, was hat das eigentlich für Auswirkungen auf meine Karriere, auf meine Ziele? Klarheit ist für mich das A und O. Ich denke, sonst sagt man ja auch immer: Stuck in the middle. Also wenn du nicht klar bist mit dem, wo du hin willst, wer du bist, was du tatsächlich möchtest, dann weißt du nicht, wozu sage ich ja, wozu sage ich nein, was will ich eigentlich und wer bin ich eigentlich? Und dann geht man halt verloren. So ist das.

 

Joubin Rahimi

Und das ist total tief.

 

Patricija Stalidzane

Ja, Deep Talk auf jeden Fall.

 

Joubin Rahimi

Total schnell.

 

Patricija Stalidzane

Ja, aber Deep Talk am Ende des Tages, also Karriere, Leidenschaft, wer du bist, das ist ja das Leben. Also wir können—

 

Joubin Rahimi

Freunde, Familie, ist ja alles Gesundheit.

 

Patricija Stalidzane

Es ist alles tief am Ende des Tages. Also Motorsport, wie gesagt—

 

Joubin Rahimi

Wenn man will. Wenn man will.

 

Patricija Stalidzane

Wollen ja nicht alle. Aber wenn man mal drüber nachdenkt oder anfängt, drüber nachzudenken, dann ist das so. Wie gesagt, Motorsport, da geht es... Man merkt es immer wieder, es ist ein gefährlicher Sport. Also da geht es schon um wichtige Entscheidungen, die man trifft. Genauso auch vielleicht im anderen Alltag. Wenn man jetzt ganz tiefgründig wird, dann, wie man so schön sagt, das kann halt morgen vorbei sein. Also warum nicht tiefgründig sein?

 

Joubin Rahimi

Denkst du dran? Also vor so einem 24-Stunden-Rennen oder jetzt vor dem Qualifying?

 

Patricija Stalidzane

Mal mehr, mal weniger. Also es gibt bestimmt Momente wie jetzt letztes Rennwochenende, da ist jemand verstorben und dann wird das noch mal ganz klar und dann fängt man noch mal an, kurz zu hinterfragen. Aber ich finde, man sollte sich sowieso versuchen, Sachen selbst vorzuhalten und gar nicht darauf zu warten, dass das Leben einen belehrt. Also gerne wartet man auf irgend so ein Lebensereignis und irgendwas ganz Dramatisches, was passiert, dass man erst anfängt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Deswegen haben das ja Leute, dass sie nach dramatischen Ereignissen sagen, ich ziehe jetzt weg und ich mache alles anders.

 

Joubin Rahimi

Ich trenne mich, alles.

 

Patricija Stalidzane

Ja, aber das ist eigentlich falsch, weil das bedeutet für mich eigentlich nur, du hast vorher nie hinterfragt. Und das ist falsch. Also eigentlich solltest du wissen, was passiert im Leben, wie ernst sind die Dinge, wofür machst du das Ganze? Und das sollte man sich eben, wie gesagt, einfach in den Spiegel gucken tagsüber. Ich finde das ganz cool, in den Spiegel zu gucken, weil ich habe auch manchmal so, wenn ich mich ganz verliere im Alltag, weil man einfach viel machen muss. Und auch ein wichtiges Thema meiner Ansprache ist natürlich Stress und wettbewerbsintensive Umfelder. Motorsport ist ein Haifischbecken und so sind auch viele Business Areas und Branchen. Wie kommt man dann klar? Weil man ist den ganzen Tag beschäftigt, dann denkt man sich, ich habe gar keine Zeit zu reflektieren. Man liegt abends im Bett und hat 1000 Gedanken, die gehen aber meistens um die Arbeit und dann kommt man gar nicht dazu zu hinterfragen, was ist mit mir? Aber das hat so ein bisschen so ein Zusammenspiel. Also wie ich sagte, alles hängt zusammen.

 

Joubin Rahimi

Wie schaffst du dir da Freiräume, dass du sagst, ich beschäftige dich dann mit mir?

 

Patricija Stalidzane

Muss ich mich zwingen. Everything is a choice. Alles ist eine Wahl. Ja, also ich habe die Zeit nicht. Das ist auch Fakt. Ich habe die Zeit nicht. Jeden Tag denke ich mir, der Tag ist zu kurz, aber so fühlen sich einige. Und die entscheidende Frage ist: Nimmt man sich die Zeit oder nicht und priorisiert man oder nicht? Und ich möchte einfach den Fokus drauf legen: Man muss sich diese Zeit für sich selber nehmen, weil wenn man es nicht tut, wenn man diese alten Gewohnheiten lange mitzieht, dann hat man über die Zeit auch eben den Negativeffekt. Genauso wie man die Spirale andersrum drehen kann, dass wenn man sich jeden Tag mit sich selbst beschäftigt und sich doch die Zeit nimmt, Und immer wieder reflektiert in den Spiegel schaut, dann geht die Spirale auch in die andere Richtung.

 

Joubin Rahimi

Ich habe eine ganz andere Frage. Ich hoffe, die ist nicht zu privat.

 

Patricija Stalidzane

Ich denke nicht.

 

Joubin Rahimi

Du bist Anfang 20, hast viele Sachen, die viele Menschen vielleicht erst viel später in ihrem Leben wahrnehmen und anfangen zu ändern. Wie sieht dein Freundeskreis aus? Sind das Gleichaltrige oder?

 

Patricija Stalidzane

Ich habe eine gute Freundin mit mir dabei, sie ist auch meine Arbeitskollegin. Also ein paar Sachen kann ich dir dazu sagen. Mein Freundeskreis ist extrem klein. Das ist Fakt. Hat sich auch dadurch ergeben, dass ich gemerkt habe, okay, meine Zeit ist rar. Ich muss mich auf mich selbst konzentrieren. Ich muss mich auf meine Karriere konzentrieren. Das heißt, ich kann nur wirklich mit Leuten zusammen sein, tagtäglich, denen ich vertraue, die dieselben Werte haben und so weiter. Und der zweite Punkt ist, mit vielen davon arbeite ich zusammen. Also meine Kollegen sind meine Freunde. Ja, weil ich sag's auch, gemeinsame Ziele sind ein ganz, ganz großer Faktor. Und Vertrauen über Zeit ist ein ganz großer Faktor. Dadurch, dass ich Verantwortung getragen habe für meine eigenen Entscheidungen und meine Fehler im Leben, meine Freunde das auch getan haben, haben wir einfach so einen Bond entwickelt, dass das wirklich meine tiefsten Freunde sind. Natürlich kenne ich super viele Leute, aber So richtig Freunde, Freunde habe ich weniger. Und ich sage auch so, meine zwei besten Freunde, die ich aus der Uni-Zeit noch kenne, die wirklich noch so meine Freunde sind, die sagen auch auf jeden Fall, bleibt wenig Zeit dafür in so einem Leben.

 

Joubin Rahimi

Aber wenn du sie triffst, dann ist wahrscheinlich—

 

Patricija Stalidzane

Als wenn es gewesen wäre, als hätte man sich gestern gesehen.

 

Joubin Rahimi

Vertrauen hast du angesprochen.

 

Patricija Stalidzane

Sehr wichtig.

 

Joubin Rahimi

Vertrauen ist sehr wichtig. Warum sagst du, das ist so wichtig?

 

Patricija Stalidzane

Also Motorsport vor allem, wenn man seinem Team nicht vertraut, dann hat man einfach schlechte unterbewusste Gedanken während dem Fahren, die einen stark beeinflussen und man unterschätzt das. Ich denke genauso in einem Team, wenn man sich nicht auf den anderen verlassen kann, wenn man denkt, da sind irgendwelche schlechten Gefühle oder schlechten Gedanken, die nicht ausgesprochen werden, oder was so, man denkt, okay, der könnte einen vielleicht jetzt übers Ohr hauen, wie es ja oft ist. Wenn man diese Sicherheit nicht in sich hat, dann finde ich, ist auch die Leistungsfähigkeit eingeschränkt, meiner Meinung nach. Das heißt, die Menschen, die man um sich herum sammelt, sind erstens mal eine Reflektion von sich selbst. Also immer wenn du einen schlechten Deal, schlechten Partner, was auch immer hat, das finde ich, hinterfrag erst mal: Okay, was hast du gemacht? Hast du deinen Teil beigetragen, dass das Ganze gut läuft? Und wenn du dir da zuversichtlich sagen kannst: Ja, das war so, ich habe mein Bestes gegeben, dann muss man sich halt trennen und neue Wege suchen. Aber oft genug habe ich auch die Lesson gehabt, dass ich selber dann sagen musste: Okay, hey, ich habe auch nicht meinen Teil dazu beigetragen, dass das funktioniert hat. Und da muss man natürlich auch einsichtig sein. Und wie gesagt, alles ist am Ende des Tages von einem selbst abhängig.

 

Joubin Rahimi

Und das führt mich auch zu was. Wir haben uns ja vor einer Woche, glaube ich, das erste Mal gesehen. Insofern bist du auch sehr spontan hier.

 

Patricija Stalidzane

Ja, muss man sein.

 

Joubin Rahimi

Danke dafür.

 

Patricija Stalidzane

Danke dir für die spontane Einladung.

 

Joubin Rahimi

Ja, du hast gesagt, du hast zum ersten Mal. Stimmt das? Zum ersten Mal vor uns Business-Kaspern? Bist du aber ja auch. Aber hast du mal in diesem Kontext gesprochen?

 

Patricija Stalidzane

Ja, das hat sich so ergeben.

 

Joubin Rahimi

Wie hast du dich vorbereitet?

 

Patricija Stalidzane

Viel zu schlecht, viel zu wenig.

 

Joubin Rahimi

Wie auf ein Rennen?

 

Patricija Stalidzane

Nee, viel zu wenig habe ich mich vorbereitet. Aber tatsächlich war das vielleicht sogar der Key, weil Vorbereitung, das ist eben eigentlich auch, hängt das alles zusammen. Ich habe mich nicht vorbereitet, indem ich irgendwas einstudiert habe, sondern ich habe diese Vorbereitung gar nicht gebraucht, weil ich spreche eigentlich nur über Erfahrung. Also ich muss nichts lernen oder einstudieren, because I'm talking about my life und ich weiß, was passiert ist und ich kann sagen, was ich mir jeden Tag sowieso vorm Spiegel sage und mir vorhalte. Und eigentlich habe ich das nur geteilt und ich glaube, deswegen kam das unter anderem bei dir so gut an, weil—

 

Joubin Rahimi

Ich glaube bei mir, die waren alle geflasht.

 

Patricija Stalidzane

Weil ich einfach erzählt habe, so hey, das sind die Gespräche, die ich jeden Tag mit mir selbst führe. Das sage ich mir selbst jeden Tag und ich arbeite selbst jeden Tag. Und wie ich gesagt habe, it's still an ongoing journey. Also ich bin auch lange noch nicht angekommen. Und keiner ist das jemals. Aber das sind meine Erfahrungen bisher, meine Learnings. Und daran arbeite ich, daran optimiere ich und daran versuche ich natürlich jeden Tag meinen Standard zu halten.

 

Joubin Rahimi

Und jeder Standard, wenn du den erreicht hast, da packst du wieder was drauf, oder?

 

Patricija Stalidzane

Klar. Ja klar, also das ist auch so ein Thema. Da habe ich jetzt letztens mit meinem Freund gesprochen, weil wir langsam zum Glück an einem Punkt ankommen, wo man da mal seine Meilensteine erreicht. Und dann kommt natürlich dieses Phänomen ins Spiel: Und dann? Ja, dann hast du es jetzt, hast jetzt dein Ziel erreicht, und dann? Und jetzt? Was mache ich jetzt? Und da muss man sich neue Ziele setzen. Und das ist halt das menschliche Wesen, würde ich sagen. Man ist immer auf der Jagd nach etwas. Es gibt Leute, die haben die Philosophie Balance und mit nichts zufrieden sein. Das finde ich überhaupt nicht falsch, aber ich habe halt irgendwas Seit der Kindheit habe ich irgendwas in mir, dass ich einfach, wie sagt man, Bienen im Po habe. Ja, ich muss immer—

 

Joubin Rahimi

Hummeln im Hintern.

 

Patricija Stalidzane

Da merkt man, dass ich nicht Deutsche bin. Nee, Hummeln im Hintern habe und ich immer irgendwas erreichen möchte und immer neue Ziele setze. Und das ist halt mein Weg. Man kann auch anders sein, aber ich denke tatsächlich rein von den Charakteristiken von so Geschäftsleuten und so ist ja meistens eher die Tendenz, dass man Ziele verfolgt, Innovation Motivation betreibt und pusht und natürlich Leute mitziehen möchte. Und das habe ich halt auch. Deswegen, wenn man ein Ziel erreicht hat, muss man direkt anfangen, natürlich das größere Bild zu sehen und zu gucken, wie es weitergeht.

 

Joubin Rahimi

Jetzt bist du ja beim 24-Stunden-Rennen und du hast gesagt, du bist neben Max Verstappen in der Box.

 

Patricija Stalidzane

Ja, letztes Wochenende auch schon.

 

Joubin Rahimi

Okay, wie ist es? Er wechselt ja das Team, vielleicht fährt er noch mehr 24-Stunden-Rennen, ist Formel 1. Ich habe keine Relation, was für Sprünge das sind. Ist so was dann auch ein Weg, wo du sagst, das wäre spannend, oder muss man da ganz andere Wege einschlagen?

 

Patricija Stalidzane

Du, ich bin, was so was angeht, offen. Tatsächlich auch vielleicht ein spannender Aspekt. Ich habe zwar meine Ziele, aber ich bleibe trotzdem flexibel. Also auch da ein wichtiger Punkt meiner Ansprache ist ja: Alles hängt zusammen und man muss irgendwo auch in der Balance bleiben. Ich habe meine Ziele, die verfolge ich klar. Ich weiß, was ich will, ich weiß, wo ich stehe. Wiederum muss man offen bleiben für Opportunities. Also Sachen können sich ergeben. Ich sage nicht, ich würde nicht in einem Formel-1-Auto fahren, aber es ist natürlich auch nicht mein unmittelbares Ziel, weil ich habe meine Pläne. Ich fahre das 24-Stunden-Rennen. Ich möchte mich da auch einfach weiterentwickeln in dem Endurance Racing, was mit Formel 1 erst mal gar nichts zu tun hat. Und wenn man so einen Max Verstappen neben sich hat, dann fühlt man sich dem Ganzen näher. Das stimmt schon. Aber sonst tangiert mich das tatsächlich gar nicht.

 

Joubin Rahimi

Weil es sind ganz unterschiedliche, also es ist Motorsport, aber es sind total unterschiedliche Disziplinen dann.

 

Patricija Stalidzane

Absolut. Ja, ja. Also Formel und Tourenwagen kann man eigentlich fast nicht vergleichen. Bei der Formel hast halt viel, viel mehr Aero, was in deinen Driving Style einspielt, und Tourenwagen ist halt einfach ein ganz anderer Fahrstil und auch ein ganz anderer Umgang.

 

Joubin Rahimi

Also das war jetzt quasi meine private Frage. Marc muss schon schmunzeln hinten.

 

Patricija Stalidzane

Vielleicht ist es für jemanden spannend.

 

Joubin Rahimi

Genau, wir haben uns ja im Fahrstuhl gesehen, als wir da auf der Veranstaltung waren. Da hattest du ja auch PKS, und ich habe gerade die Rennlizenz aber die ganz Kleinen, super cool, mega cool. Aber auf dem Nürburgring kannst du das ja auf einem echten schmalen Tal da mal so Zeitfahren mitmachen. Mir wird nämlich schlecht, wenn ich zu schnell fahre. Also ich könnte— du machst auch noch was, du gibst ja auch was zurück. Du machst ja oder planst Trackday zu machen für Frauen. Ja, richtig.

 

Patricija Stalidzane

Genau. Ich möchte dieses Jahr mal ein paar Trackdays machen. Einfach wie gesagt, ich merke auch durch solche Veranstaltungen, dass ich aus mir rauskommen muss. Wie du schon sagtest, war es letztes Mal mein erstes Mal. Und jetzt bin ich wieder hier und ich merke, es ist echt angenehm, neue Leute kennenzulernen und mal aus sich rauszukommen. Es ist nicht meine Branche und trotzdem hat man so viele Zusammenhänge und ähnliche Erfahrungen dann doch. Auch heute wird ja über Women in male-dominated fields gesprochen. Am Ende des Tages im Tech das Gleiche wie im Motorsport.

 

Joubin Rahimi

In Tech wie im Motorsport ist gleich, ne?

 

Patricija Stalidzane

Es ist so und man hat wahrscheinlich als Frau viele ähnliche Erfahrungen und so weiter. Und es ist einfach nett. Also wie ich schon gesagt habe, ich habe einen ganz engen Freundeskreis, weil das sich über die Jahre hin aufgebaut hat, aber man muss offen bleiben für die Zukunft, an die Zukunft auch denken und das bedeutet natürlich auch neue Partnerschaften, neue Leute und sowas tut mir mega gut. In der Hinsicht auch natürlich Trackday eine mega Möglichkeit, weil man beides kombinieren kann. Den Spaß am Motorsport als auch natürlich das Networking und so ein bisschen Vertrauen aufbauen. Was besser als in einem Rennwagen bei 300 km/h zusammenzusitzen. Genau, das plane ich sowohl mit Frauen als auch allgemein so Trackday-Maßnahmen.

 

Patricija Stalidzane

Da hatte man auf einmal ganz viel Vertrauen in mich. Nee, ich denke, das wäre super, super cool. Mein Freund hat ein Rennteam mit einem Lamborghini Huracán Evo 2, hat er noch. Den möchten wir einsetzen und ein paar Leute mal einladen und denen vielleicht den Motorsport ein bisschen näherbringen. Ich glaube, das ist eine ganz coole Erfahrung.

 

Joubin Rahimi

In der Zeit von Motorsport, Benzinknappheit aktuell, was besprochen wird, aber auch CO2-Reduktion und so weiter. Verändert sich das gerade oder wirst du mit E-Fuel und so weiter, gibt es da Veränderungen?

 

Patricija Stalidzane

Absolut. Also E-Fuel ist ein sehr, sehr großes Thema. Super, super spannend auch tatsächlich mittlerweile so, dass man dem kommerziellen Vertrieb schon immer wieder näher kommt, tatsächlich immer weiter. Finde ich auch cool, weil eine lange Zeit war natürlich elektrischer Motorsport und so weiter ein Thema. Ich habe auch die letzten 2 Jahre in einer elektrischen Rennserie teilgenommen. Das heißt, ich bin da tatsächlich ja auch in diese Schiene reingekommen mit Nachhaltigkeit und so weiter. Ich war schon immer anti-Verschwendung und anti irgendwie über sein Limit hinaus leben, aber so in der Tiefe vom Motorsport ist das für mich auch neu gewesen. Damit wurde ich jetzt ein bisschen angefreundet, finde ich auch mega, mega spannend, vor allem wenn es den Motorsport nicht beeinträchtigt. Also es gibt viele Pros und viele Cons, und solange man aber weiter daran arbeitet und das eigentlich keinen stört, sehe ich da überhaupt keinen Mangel dran, das zu tun. Also ich verstehe die Leute, die sagen, der Sound ist nicht da und so weiter, das ist okay.

 

Joubin Rahimi

Das ist das, was mein Sohn sagt, also hmmm.

 

Patricija Stalidzane

Das verstehe ich, das verstehe ich vollkommen, aber so wie überall kann es ja auch verschiedene Disziplinen geben. Also es kann ja beides geben, ich finde, das eine schließt das andere nicht aus. Andere nicht aus und E-Fuels mittlerweile Standardbetrieb auf der Nordschleife. Also sowohl, ich fahre natürlich auf dem Lambo dieses Jahr im GT3, big thing, aber ich habe auch mit dem Girls Only Team auf dem Porsche, fahren wir mit E-Fuels und das schränkt dich überhaupt nicht ein. Du hast zwar eine gesonderte Zapfsäule und das war's, sonst macht es keinen Unterschied.

 

Joubin Rahimi

Aber das fühlt sich gleich an und so.

 

Patricija Stalidzane

Fühlt sich gleich an, fährt genauso, performt super und ist halt einfach nachhaltiger, vor allem bei einem 24-Stunden-Rennen, rennen, wo wir natürlich sehr, sehr viel Sprit verbrauchen, unter anderem.

 

Joubin Rahimi

Da sieht man auch, dass dann Spitzensport und dieses immer drüber hinaus auch dazu führt, dass neue Sachen dann wirklich kommen, weil E-Fuels politisch gesehen gibt es ja große Diskussionen, aber dadurch, dass man Sachen ausprobiert oder in der Formel 1 ja auch mit den Batterien, so Mario Kart jetzt fahren, das ist was anderes. Genau, das ist was anderes. Das bewegt das Ganze ja nach vorne, das setzt ja auch neue Standards dazu.

 

Patricija Stalidzane

Ich betone das immer wieder: Motorsport ist eigentlich das Fundament für die Entwicklung in dem kommerziellen Automobil, in der Automobilindustrie. Alles, was wir auf der Rennstrecke testen, ist tatsächlich die Vorarbeit, die dann später umgesetzt wird kommerziell. Es ist Fakt. Also anders geht es nicht, weil wer soll es sonst prüfen außer wir? Das heißt, Motorsport ist ganz, ganz vielfältig. Einerseits ist es natürlich eine Passion, eine Leidenschaft, competitive Sport, andererseits ist es natürlich Entwicklungsbereich für die Automobilindustrie und dann ist es natürlich auch ein Geschäftsbereich. Also es geht um Geld, es geht um Geschäftsbeziehungen und Deals. Das heißt, ja, Motorsport ist sehr, sehr komplex tatsächlich, was ich auch sehr früh lernen musste.

 

Joubin Rahimi

Danke, total danke. Wir haben, oder ich habe 3 Sachen mitgenommen. Das eine ist: Um wirklich was erreichen zu können, brauchst du Fokus, Klarheit, Resilienz, Persistenz. Und das erreichst du nur, das ist der zweite Punkt, durch wirklich Verhaltensänderung. Kann man glaube ich nicht häufig genug sagen. Man hat ja immer wieder seine Patterns. Das Dritte, gerade im Zeitalter von AI, wenn du Sachen neu machen willst, du willst die Standards ja erhöhen in der eigenen Firma. Du brauchst ein eigenes Motorsport-Team in der Firma. Also das ist das, was ich jetzt heute mitgenommen habe, dass man sagt: Okay, du brauchst ein Motorsport-Team, das Dinge einfach mal anders macht, ausprobiert. Und da brauchst du andere Menschen, die wirklich das wollen. Und mit diesen Ergebnissen kannst du reingehen. Deswegen ist das so wahnsinnig inspirierend, diese Parallelen zu sehen und dann eigentlich so klar zu sehen: Okay, Wir brauchen so ein Motorsport-Team.

 

Patricija Stalidzane

Das ist so. Die Menschen machen Prozesse und jeder Einzelne trägt seinen Teil zum Erfolg bei. Und man muss natürlich dasselbe Ziel verfolgen. Das sind natürlich eben dann diese Parallelen, die ich sehe vom Motorsport zu unserem Familienbetrieb unter anderem. Mittlerweile sind wir bundesweit vertreten und da sieht man halt auch, okay, damit das funktioniert einwandfrei, muss man auf demselben Level sein. Man muss klar in der Kommunikation sein. Die Leute müssen wissen, was ist ist ihr Teil, den sie beitragen. Sie müssen selbst reflektiert bleiben, selbst neue Ideen finden, trotzdem natürlich sich in diesem Prozess wiederfinden und so weiter. Also auch da, es ist super, super wichtig, dass man ein Team hinter sich hat, was diesen Prozess durchpusht und weiter innovativ natürlich voranschreitet und so weiter. Es ist wie ein Racing Team, jeder hat seinen Platz, der Rennfahrer, der Renningenieur, der Tire Guy, der Mechanic.

 

Joubin Rahimi

Man ist füreinander da, ne?

 

Patricija Stalidzane

Absolut, das ist auch super, super wichtig, dass man, so wie man sich selbst kein Bein stellen sollte, auch seinem Team natürlich kein Bein stellen. Das ist dasselbe am Ende des Tages. Also wenn man dasselbe Ziel verfolgt, dann ergibt sich fast diese Community automatisch, weil man versteht, du tust was, ich tue was, und das tun wir beide für das, was wir wollen. Genau, also ich finde es auch schwachsinnig, wenn da irgendwie tatsächlich so eine Competition, eine ungesunde, entsteht, zumindest innerhalb eines Teams. Teams, weil wie du gerade sagtest, man will ja dasselbe und man tut sich ja selber damit was Schlechtes, wenn man nicht den anderen unterstützt, dieses selbe Ziel gemeinsam zu erreichen.

 

Joubin Rahimi

Danke, perfektes Schlusswort.

 

Patricija Stalidzane

Ja, vielen Dank.

 

Joubin Rahimi

Danke für die Zeit. Total gerne. Super Feedback und ich würde gerne auch noch mal in 2, 3, 4, 5 Jahren noch mal quatschen. Ja, bin ich auch gespannt. Und ich weiß gar nicht, ob du sagst: Ja, ich komme vorbei. Kalender ist so gar nicht. Ich bin in Osaka oder wo auch immer.

 

Patricija Stalidzane

Prioritäten setzen.

 

Joubin Rahimi

Danke fürs Vorbeischauen. Danke euch. Wenn ihr Fragen habt, du bist ja auch auf LinkedIn.

 

Patricija Stalidzane

Klar, gerne. Schreibt mir.

 

Joubin Rahimi

Dann können wir das alles da runterpacken, Fragen und Diskussionen führen

 

Patricija Stalidzane

Danke. Sehr gerne.

Du hast Fragen oder Feedback?

Dann kontaktiere uns gerne direkt.

Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

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