Als ein langjähriger Entwickler in Pension ging, musste unser Kunde, ein Unternehmen im Bereich Logistik- und Güterverkehr, zahlreiche Individuallösungen absichern. TIMETOACT GROUP sicherte Betrieb und Wartung, baute Wissen und Dokumentation auf und automatisierte zentrale Build-Prozesse.
TIMETOACT übernimmt die Betreuung gewachsener Legacy-Systeme und bereitet ihre Modernisierung vor
Viele Unternehmen betreiben Softwarelandschaften, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Sie erfüllen wichtige Aufgaben, sind tief in Fachprozesse eingebunden und laufen im Tagesgeschäft oft unauffällig mit. Kritisch wird es, wenn das Wissen dahinter an einzelne Personen gebunden ist und diese das Unternehmen verlassen.
Vor dieser Herausforderung stand ein Logistikunternehmen. Das Unternehmen wickelt europaweit sowie nach Russland, Zentralasien, Nordafrika und in den Nahen Osten Lkw-Komplettladungen ab. Täglich sind das über 7.000 Full-Truckload-Transporte über ein Netzwerk von Transportpartnern.
Im Hintergrund dieser operativen Leistungsfähigkeit existiert eine historisch gewachsene Landschaft individueller Anwendungen. Die Technologien und Konzepte dieser Systeme sind teilweise mehr als 20 Jahre alt und aus heutiger Sicht entsprechend überholt.
Dennoch sind sie fest im Geschäftsalltag verankert und für viele Prozesse weiterhin unverzichtbar. Als ein langjähriger Entwickler in Pension ging, musste das Logistikunternehmen diese Anwendungen absichern und zugleich die Grundlage für eine kontrollierte Modernisierung schaffen.
Die Ausgangslage: 85 Anwendungen, wenig Dokumentation und schwindendes Wissen
Das Logistikunternehmen bewertete zunächst rund 85 Anwendungen und prüfte, welche Systeme weiter benötigt, stillgelegt oder an einen externen Partner übergeben werden sollten. TIMETOACT GROUP Österreich übernahm im ersten Schritt 25 Anwendungen und später weitere unbetreute Systeme. Dabei zeigte sich die eigentliche Herausforderung:
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Für Anwendungen fehlten belastbare Dokumentationen
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Anforderungen, Architekturentscheidungen und Abhängigkeiten lagen oft nur als implizites Wissen vor
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fehlende Standardisierung, technische Altlasten und gewachsene Prozesse erhöhten die Komplexität
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betroffen waren unter anderem Systeme zur Verteilung und Transformierung von HR-Daten
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hinzu kamen Anwendungen für die Dokumentenverwaltung im Kerngeschäft, etwa zur revisionssicheren Archivierung von Transportdokumenten
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auch auf der Fachseite gab es zeitgleich durch Pensionierungen einen Wissensverlust
Damit stand das Logistikunternehmen vor der zentralen Frage: Wie lassen sich Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung sichern, wenn technisches und fachliches Wissen nicht mehr verlässlich verfügbar ist?
TIMETOACT liefert die Antwort
Betrieb systematisch sichern und Kontrolle zurückgewinnen
Für TIMETOACT begann das Projekt mit Grundlagenarbeit. Das Team sichtete und sicherte den Sourcecode, identifizierte Abhängigkeiten und technische Voraussetzungen, machte Deployment und Konfiguration nachvollziehbar und dokumentierte historische Anforderungen sowie fachliche Zusammenhänge.
Damit ging die Aufgabe deutlich über klassische Softwareentwicklung hinaus. TIMETOACT übernahm Verantwortung für Anwendungen, deren Funktionsweise über viele Jahre gewachsen war und deren Betrieb weiterhin zuverlässig laufen musste.
Wissen dokumentieren, Risiken bewerten, Zukunft vorbereiten
Zu Beginn stand der Wissenstransfer im Mittelpunkt. TIMETOACT arbeitete gemeinsam mit dem bisherigen Entwickler an Sourcecode-Analysen, Incidents und Entwicklungstickets. Ziel war es, so viel Wissen wie möglich zu sichern, bevor es verloren geht.
Schnell wurde klar: Nicht alles ließ sich sofort vollständig verstehen, dokumentieren oder modernisieren. Deshalb priorisierte TIMETOACT konsequent den Fortbestand der Anwendungen. Fehlerbehebungen, Hotfixes, Servermigrationen oder technische Änderungen mussten weiterhin möglich bleiben.
Dafür prüfte TIMETOACT, ob der vollständige Sourcecode vorhanden war, wie sich die Anwendungen bauen lassen und welche alten Entwicklungsumgebungen, Tools oder Abhängigkeiten dafür notwendig sind. Sourcecode-Verwaltung, Build- und Deployment fußten auf manuellen Prozessen und mussten zunächst nachvollziehbar sowie später automatisierbar gemacht werden.
Im nächsten Schritt bewertete TIMETOACT Anwendungen, Risiken und technische Zustände systematisch. So entstanden Entscheidungsgrundlagen, mit denen das Logistikunternehmen für jede Anwendung den passenden Weg klären kann: weiter betreiben, migrieren, neu entwickeln, durch ein Standardprodukt ersetzen oder stilllegen.
Stabilisierung im laufenden Betrieb
Zunächst mussten die komplexen Abhängigkeiten im Sourcecode über einzelne Projekte, Fachdomänen und nach der Neuübernahme auch über Lieferantengrenzen hinweg sichtbar gemacht werden.
Anschließend wurden diese Abhängigkeiten durch Refactoring und eine strukturelle Neuordnung reduziert oder abstrahiert. So entstanden klarer abgegrenzte Pakete, die sich besser verstehen, warten und weiterentwickeln lassen.
Darüber hinaus übernahm TIMETOACT die laufende Wartung, erstellte umfangreiche Dokumentation, führte zentralisierte Logs in Kibana für Serveranwendungen ein, hob Anwendungen auf .NET 4.8 und passte Systeme an technische sowie fachliche Veränderungen an.
Die zentralisierten Logs schufen zusätzliche Transparenz. Fehler, die zuvor im Betrieb kaum sichtbar waren oder von Anwenderinnen und Anwendern übergangen wurden, lassen sich nun systematischer erkennen und nachvollziehen.
Das Projekt blieb anspruchsvoll und mit fortschreitendem Projekt und Wissensstand war auch klar, dass das Team auf drei Entwickler erweitert werden musste.
Enge Abstimmung mit Fachbereich und IT-Betrieb
TIMETOACT arbeitete eng mit den Fachabteilungen und dem IT-Betrieb zusammen. Gerade weil viele Anwendungen fachlich historisch gewachsen waren, war dieser direkte Austausch entscheidend.
Das Team machte technische Risiken sichtbar, analysierte Abhängigkeiten und formulierte Vorschläge für Stabilisierung, Modernisierung oder Ablösung. Die fachliche Priorisierung und die Entscheidung über die Zukunft einzelner Anwendungen blieben bewusst beim Kunden.
So entstand Schritt für Schritt eine belastbare Grundlage für den weiteren Umgang mit der Legacy-Landschaft: Welche Anwendungen sind noch relevant? Welche sind technisch riskant? Welche werden aktiv genutzt? Welche können stillgelegt werden? Und wo lohnt sich eine Modernisierung oder Ablösung?
Das Ergebnis: Betrieb gesichert, Anwendungen reduziert, Modernisierung vorbereitet
Das Projekt ist langfristig angelegt. Ziel ist es, die Anwendungen in einen technisch stabilen Zustand zu überführen und für jede Anwendung eine klare Zukunftsentscheidung zu treffen: migrieren, neu entwickeln oder durch ein Standardprodukt ersetzen.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen den Fortschritt
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fünf Anwendungen wurden bereits stillgelegt
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bei zwei weiteren, zentralen Anwendungen ist die Stilllegung absehbar
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teils über 20 Jahre alte Anwendungen laufen wie gewohnt
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TIMETOACT sichert Betrieb und Wartung trotz Wegfall des ursprünglichen Wissensträgers
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technisches und fachliches Wissen wurde dokumentiert
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technische Risiken wurden sichtbar gemacht
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Build-Prozesse wurden stabilisiert
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die Basis für eine kontrollierte Modernisierungs- und Ablösestrategie wurde geschaffen
Damit hat das Logistikunternehmen heute einen verlässlichen Partner für Anwendungen, deren Betreuung zuvor stark von Einzelpersonen abhängig war. Zugleich verfügt das Unternehmen über eine belastbare Grundlage, um die Legacy-Landschaft schrittweise zu reduzieren.
Ausblick: Mehrjähriger Weg zu einer stabileren Anwendungslandschaft
Einige Anwendungen sind tief in Geschäftsprozesse integriert. Ihre Ablösung braucht sorgfältige Vorbereitung und wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Mit der geschaffenen Grundlage kann das Logistikunternehmen jedoch fundierter entscheiden, welche Anwendungen weitergeführt, modernisiert, ersetzt oder stillgelegt werden. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Wissensträgern, technische Risiken werden früher sichtbar und Modernisierungsschritte lassen sich besser planen.
So entsteht Schritt für Schritt mehr Handlungsspielraum: für stabileren Betrieb, gezieltere Investitionen, weniger technische Altlasten und eine kontrollierte Weiterentwicklung der Anwendungslandschaft, ohne das laufende Geschäft zu gefährden.
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