Mit ihrem PKS-Team hat sie sich auf die Modernisierung geschäftskritischer Anwendungen auf IBM i und IBM Z spezialisiert. Heidi Schmidt ist IBM Champion. Gemeinsam mit ihren Expert:innen hilft sie Unternehmen, Fachwissen zu sichern, technische Schulden abzubauen und Wege zu AI-gestützten Architekturen zu finden.
Heidi Schmidt in CIO Times über die Modernisierung von IBM i und IBM Z
„In Anwendungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, stecken Geschäftsprozesse, Abhängigkeiten und Fachwissen, die für künftige Entscheidungen unverzichtbar sind“, sagt Heidi Schmidt. „Deshalb fangen wir immer mit Transparenz an. Erst wenn ein Unternehmen weiß, wo seine kritischen Anwendungen, Abhängigkeiten und Risiken liegen, kann es sinnvoll entscheiden, wie es weitergeht.“
Schritt für Schritt modernisieren
Auf diese Bestandsaufnahme folgt bei PKS eine Modernisierung in klar geplanten Schritten. Um bewährte Funktionen herum entstehen APIs, eng gekoppelte Komponenten werden getrennt, und Migrationen finden nur statt, wenn sie strategisch begründet sind. Jeder Schritt soll messbaren Nutzen bringen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.
Ob ein System als Altlast gilt, hängt laut PKS weniger von seinem Alter ab als davon, ob es dem Unternehmen noch strategische Optionen lässt. IBM-Umgebungen enthalten häufig jahrzehntelang verfeinerte Geschäftslogik und regulatorische Entscheidungen, die sonst nirgends dokumentiert sind. „Wer solche Systeme ablöst, ohne sie wirklich verstanden zu haben, riskiert, hart erarbeitetes Wissen zu verlieren“, sagt Heidi Schmidt. „Die entscheidende Frage ist, wo eine Fähigkeit Wert schafft und welche Architektur die meiste Freiheit für die Weiterentwicklung bietet. Diese Entscheidung trifft der Kunde. Wir liefern ihm dafür eine belastbare Grundlage.“
Technische Schulden als dauerhaftes Portfolio
Technische Schulden sind im Beitrag ein Thema für Vorstände. Sie entstehen im Code, aber auch durch fehlende Dokumentation, komplexe Schnittstellen und Wissen, das nur einzelne Mitarbeitende haben. Ein gelegentliches Aufräumprojekt reicht deshalb nicht aus. PKS empfiehlt, technische Schulden wie ein dauerhaftes Portfolio zu führen, sie zu klassifizieren und zu priorisieren.
„Technische Schulden sind aufgeschobene Entscheidungen mit Zinseszins“, sagt Heidi Schmidt. „Unser Ziel sind keine null Schulden. Unternehmen sollen ihre Schulden kennen, priorisieren und aktiv steuern. Und sie müssen den Abbau in Geschäftsergebnisse übersetzen: schnellere Produkteinführungen, geringere Risiken, bessere Auditierbarkeit oder kürzere Wiederherstellungszeiten. Für saubereren Code allein gibt kein Vorstand Budget frei.“
AI braucht verlässlichen Kontext
AI kann heute Programme erklären, Dokumentation erzeugen, Tests unterstützen und Refactorings vorschlagen. In IBM-Umgebungen mit Millionen Codezeilen, mehreren Programmiersprachen und jahrzehntealten Geschäftsregeln braucht sie dafür aber verlässliches Wissen über das System. PKS verbindet deshalb deterministische Analyse mit AI. Die Codeanalyse-Software PKS eXplain macht Strukturen, Abhängigkeiten und Datenflüsse bestehender Anwendungen reproduzierbar sichtbar. IBM Bob unterstützt plattformspezifische und kontrollierte Workflows für IBM i und IBM Z.
„Ein Sprachmodell allein kann die Architektur einer geschäftskritischen Anwendungslandschaft nicht aus beliebigen Quelldateien ableiten“, erklärt Heidi Schmidt. „Mit eXplain liefern wir die Fakten, auf denen AI aufsetzen kann. Bei folgenreichen Entscheidungen bleibt die Verantwortung beim Menschen.“
Die Analyse mit eXplain zeigt doppelte Logik, veraltete Komponenten, kritische Abhängigkeiten und Geschäftsregeln, die in schwer zugänglichem Code stecken. Auf dieser Basis kann ein Unternehmen zum Beispiel entscheiden, eine bewährte Preisberechnung als Service bereitzustellen oder einen eng gekoppelten Bereich schrittweise zu entflechten.
Das Wissen erfahrener Kolleginnen und Kollegen sichern
Viele Transformationsprogramme scheitern laut PKS nicht an der Technik, sondern an den Schnittstellen zwischen Fachbereich und IT, zwischen Strategie und Umsetzung und zwischen erfahrenen Fachleuten und der nächsten Generation. Dass langjährige Spezialistinnen und Spezialisten in den Ruhestand gehen, sieht PKS als strategisches Risiko. Wenn undokumentierte Geschäftsregeln mit ihnen verschwinden, verlieren Unternehmen die Fähigkeit, Änderungen sicher umzusetzen.
„Erfahrene Kolleginnen und Kollegen sind keine Vertreter der Vergangenheit, sie gestalten den Übergang“, sagt Heidi Schmidt. „Sie bestätigen den fachlichen Kontext, und unsere Analyseplattform hält das strukturelle Wissen für künftige Teams und AI-gestützte Workflows fest. So geht das Wissen nicht verloren, wenn jemand das Unternehmen verlässt.“
Modernisierung als dauerhafte Fähigkeit
Für die kommenden Jahre sieht PKS die Plattformen IBM Z und IBM i als verlässlichen Kern hybrider Architekturen, mit AI nah an sensiblen Daten, etwa für Betrugserkennung und Risikobewertung. Modernisierung versteht das Unternehmen als dauerhafte Fähigkeit im Betriebsmodell. „Modernisierung ist ein Muskel, kein Meilenstein“, sagt Heidi Schmidt. „Am erfolgreichsten werden die Unternehmen sein, die am genauesten entscheiden können, was sie erhalten, umbauen, integrieren oder ablösen.“
Wie gelingt die Modernisierung gewachsener IT-Landschaften? Im vollständigen Interview mit der CIO Times gibt Heidi Schmidt weitere Einblicke.