Nach einem EU-weiten Vergabeverfahren nutzt der Digitalpartner der Deutschen Bahn die Graphdatenbank Neo4j konzernweit und legt damit die Datenbasis für den produktiven Einsatz von Artificial Intelligence.
Konsistenz statt Silos: DB Systel vernetzt Konzerndaten mit Neo4j
Im Deutsche-Bahn-Konzern liegen Daten in vielen Systemen, werden von den Bereichen unterschiedlich beschrieben und widersprechen sich zum Teil. Für bereichsübergreifende Analysen und AI-Anwendungen ist das ein Problem. DB Systel begegnet ihm mit Graphtechnologie: Die Graphdatenbank Neo4j führt Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen und macht Inkonsistenzen sichtbar. Grundlage ist ein Rahmenvertrag mit uns, der TIMETOACT GROUP.
Ausgangssituation: Verteilte Daten bremsen die AI-Pläne
Ein Konzern, viele Datenwelten: Wer AI produktiv einsetzen will, braucht verlässliche Daten. In vielen Unternehmen liegen sie jedoch verstreut in Systemen, die dieselben Dinge unterschiedlich beschreiben.
Die DB Systel GmbH kennt diese Ausgangslage in Konzerndimension. Als Digitalpartner der Deutschen Bahn entwickelt und betreibt sie IT- und Digitalisierungslösungen für den gesamten Konzern. Die Datenlandschaft, mit der sie arbeitet, reicht von Infrastruktur- und Betriebsdaten über das Bauinformationsmanagement bis zu Finanzinformationen.
Herausforderung: Widersprüche in den Datenbeständen
Analysen enden an Bereichsgrenzen: Jeder Bereich pflegt seine Daten in eigenen Systemen und beschreibt sie mit eigenen Begriffen. Daraus entsteht ein grundlegendes Problem: Die Bestände enthalten Widersprüche, und was zusammengehört, findet nicht zueinander.
Bereichsübergreifende Analysen scheitern dann nicht an den Werkzeugen, sondern an der Datenbasis. Auch für AI fehlt damit das Fundament. Sie urteilt nur so gut, wie es die Daten erlauben, mit denen sie arbeitet.
„Überall dort, wo Unternehmen oder Verwaltungen Automatisierung und AI einsetzen wollen, benötigen sie verlässliche Daten. Unsere Methoden helfen dabei, Datenbestände zu harmonisieren und die Qualität nachhaltig zu verbessern.“
Lösung: Ein Graph macht Zusammenhänge sichtbar
Neo4j, Ontologien und das Team InfraGraphAnalytics: Innerhalb der DB Systel analysiert das Team InfraGraphAnalytics (IGA) komplexe Datenbestände. Es führt Informationen aus unterschiedlichen Quellen mit Graphtechnologie zusammen, strukturiert sie und prüft sie auf Widersprüche. Fehler und Inkonsistenzen lassen sich dadurch gezielt identifizieren und beheben.
Die Graphdatenbank Neo4j speichert Wissen dazu als Knoten und Kanten und bildet ab, wie Informationen zusammenhängen. Ontologien geben den Beständen eine gemeinsame Begrifflichkeit, damit Daten aus verschiedenen Quellen zueinander passen. So entsteht ein konsistenter und nachvollziehbarer Datenbestand für Analysen im ganzen Konzern.
Vom Fehler zur Ursache: der GraphEditor
Ein zentrales Werkzeug hat DB Systel selbst entwickelt: den GraphEditor (grapheditor.org), verfügbar als Open Source. Er visualisiert komplexe Zusammenhänge mit Automationsunterstützung. Statt Fehler lediglich zu melden, zeigt er die wahrscheinlichsten Ursachen eines Datenproblems und erleichtert damit die Behebung.
Praxisbeispiel: Konflikte im Bahnverkehr früh erkennen
Wie weit die Analysen tragen, zeigt der Bahnbetrieb. DB Systel untersuchte, welche Züge sich gegenseitig behindern und welche alternativen Fahrwege das Netz besser auslasten könnten. Darüber hinaus unterstützen die Verfahren die automatisierte Analyse großer Datenmengen und machen potenzielle Konflikte und Unstimmigkeiten früh sichtbar.
Warum die TIMETOACT GROUP?
Grundlage der Zusammenarbeit ist der Rahmenvertrag mit uns: Er regelt die konzernweite Nutzung von Neo4j und die partnerschaftliche Entwicklung darauf aufbauender Lösungen. Gemeinsam mit DB Systel bringen wir die Graphtechnologie in die Fläche.
Dem Rahmenvertrag ging im Frühjahr 2026 ein EU-weites Vergabeverfahren voraus. Die Ausschreibung umfasste rund 200 Bewertungskriterien. Neben dem wirtschaftlichen Angebot zählten die technische Leistungsfähigkeit, die Beratungskompetenz und die langfristige Unterstützung. Seit Anfang Juni gilt der Vertrag.
Mehrwert: Verlässliche Daten für den produktiven AI-Einsatz
Der Business Value liegt in der Datenbasis selbst: Sie entscheidet darüber, ob Analysen und künftige AI-Anwendungen belastbare Ergebnisse liefern. Für DB Systel bedeutet das:
Konsistente Datenbestände
Schnellere Fehlerbehebung
Bereichsübergreifende Analysen
Belastbare AI-Grundlage
Neue Einblicke in den Betrieb
Offene Werkzeuge
Fazit: Eine Datenbasis, die mit dem Konzern wächst
Graphdatenbanken modellieren komplexe Zusammenhänge, AI-Systeme interpretieren sie und leiten daraus Schlussfolgerungen ab. Auf diese Kombination setzen DB Systel und wir auch künftig: Wir erschließen weitere Anwendungsfelder und bauen die Nutzung von Graphtechnologien im Deutsche-Bahn-Konzern aus.
Potenzial sehen beide Partner darüber hinaus im öffentlichen Sektor, wo Neo4j bei Behörden und Infrastrukturbetreibern im Einsatz ist.
„Bei den meisten AI-Projekten stellen unvollständige, widersprüchliche oder isolierte Datenbestände eine große Herausforderung dar. Graphtechnologien schaffen die notwendige Grundlage, um Informationen über Bereichsgrenzen hinweg zusammenzuführen und nutzbar zu machen. Gemeinsam mit DB Systel zeigen wir, wie aus verteilten Datenbeständen belastbares Wissen entsteht und damit die Voraussetzung für den produktiven Einsatz von AI geschaffen wird.“
Über DB Systel
Die DB Systel GmbH ist der Digitalpartner der Deutschen Bahn. Mit über 7.000 Mitarbeitenden an den Hauptstandorten Frankfurt, Berlin und Erfurt entwickelt und betreibt das Unternehmen IT- und Digitalisierungslösungen für den Deutsche-Bahn-Konzern und unterstützt die digitale Transformation von Infrastruktur, Mobilität und Geschäftsprozessen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dbsystel.de.